Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Strahlenschutzüberwachung

Betriebsärztliche Strahlenschutzuntersuchung

Die Strahlenschutzverordnung nach § 60 bzw. Röntgenverordnung nach § 37 verpflichtet die beruflich strahlenexponierte Personen, sich regelmäßig vom ermächtigten Arzt untersuchen zu lassen.  Da der Umgang mit ionisierender Strahlung ohne ärztliche Untersuchung untersagt ist, haben dies die betreffenden Personen zu dulden (§ 111(4) StrlSchV / § 37(6) RöV).

Die zuständige Behörde kann weitere Anordnungen erlassen.

Ermächtigte Ärzte des Betriebsärztlichen Dienstes

Frau  Ulrike Jendrezok

Leitende Betriebsärztin

Tel.: 557 4488

E-Mail:

Frau Dr. Octavia Buchspies

Betriebsärztin

Tel.: 557 1946

E-Mail:

Verfahrensweise an der Martin-Luther-Universität:

Zum Zwecke der arbeitsmedizinischen Vorsorge sind  beruflich strahlenexponierte Personen durch die/den Strahlenschutzbeauftragte(n) einer Kategorie zuzuordnen  (§ 54 StrlSchV; § 31 RöV).

Erstuntersuchung:  Bevor eine Person Tätigkeiten mit ionisierenden Strahlen aufnimmt, muss diese eine Strahlenschutzuntersuchung nachweisen.

Dazu ist ein Termin mit dem Betriebsarzt zu vereinbaren und ein Expositionsbogen durch die/den zuständigen Strahlenschutzbeauftragte(n) auszufüllen. Nach der Untersuchung wird eine ärztliche Bescheinigung erstellt, aus der hervorgehen muss, dass keine gesundheitlichen Bedenken vorliegen. Erst dann kann die Tätigkeit aufgenommen werden.

Wiederholungsuntersuchung: Der Betriebsärztliche Dienst bietet für alle strahlenexponierten Personen (Kategorie B) arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen im regelmäßigen Abstand von zwei Jahren an. Alle beruflich strahlenexponierten Personen der Kategorie A haben jedoch die jährliche Untersuchungsfrist einzuhalten (§ 60 StrlSchV; § 37 RöV).

Nach Terminvereinbarung ist ein aktueller Expositionsbogen durch die/den zuständige(n) Strahlenschutzbeauftragte(n) zu erstellen, der dem Betriebsarzt durch die strahlenexponierte Person vorgelegt wird.

Abschlussuntersuchung: Beendet eine Person das Dienstverhältnis hat sie die Möglichkeit eine Abschlussuntersuchung zu erhalten.

Physikalische Strahlenschutzkontrolle

Ermittlung der Körperdosis

Zur Ermittlung der Körperdosis sind gemäß § 41 StrlschV bzw. § 35 RöV amtlich zugelassene Dosimeter zu verwenden, die unter folgender Adresse zu beziehen sind und zur Auswertung termingerecht zurückgesandt werden müssen:

LPS- Landesanstalt für Personendosimetrie und Strahlenschutzausbildung

Mecklenburg-Vorpommern

Köpenicker Straße 325, Haus 41

12555 Berlin

Die Organisation der Personendosimetrie obliegt den Strahlenschutzbeauftragten.

In nach § 36 StrlSchV bzw. § 19 RöV ausgewiesenen Kontrollbereichen muss die Körperdosis ermittelt werden (§ 40 StrlSchV, § 35 RöV).

Dosimeter sind personengebunden.

Sollte das Dosimeter aufgrund einer Beschädigung, Verlust o.ä. nicht auswertbar sein, ist der/die zuständige Strahlenschutzbeauftragte verpflichtet, für den betreffenden Überwachungszeitraum eine Ersatzdosis (theoretischer Messwert) zu bestimmen. In diesem Fall sollte umgehend Kontakt mit der Strahlenschutzbevollmächtigten Frau Dr. M. Köck aufgenommen werden. Wird dieser Pflicht durch den SSB nicht nachgekommen, setzt die Aufsichtsbehörde eine Ersatzdosis fest, die kostenpflichtig ist.

Ganzkörperdosis:

Mit Ganzkörperdosimetern kann die "Tiefen-Personendosis" HP(10) gemessen werden.

Die Personendosis eines amtlichen Ganzkörperdosimeters ist eine ausreichend genaue Abschätzung für die Körperdosis ("effektive Dosis"). In den genehmigten Anlagen der Universität wird die Personendosis mit dem Filmdosimeter (reine Photonenfelder oder gemischte Photonen- und Betafelder) ermittelt. Als repräsentativer Messort zur Ermittlung der Personendosis gilt, falls keine arbeitstechnischen Gründe oder besondere Expositionsbedingungen dagegen sprechen, eine Stelle an der Rumpfvorderseite (z.B. Brusthöhe).

Teilkörperdosis:

Das Fingerringdosimeter wird bei Arbeiten an Röntgeneinrichtungen im Durchleuchtungsbetrieb oder beim direkten Umgang mit radioaktiven Stoffen eingesetzt. Dieses Messsystem wird hauptsächlich zur Ermittlung der Teilkörperdosis durch Röntgen-, Gamma- und harte Betastrahlung verwendet.

Aufgrund der geringen mittleren Beta-Energien ist das Dosimeter zur Ermittlung der Hautdosis für die Isotope H-3, C-14, P-33, S-35, Ni-63 u.a. nicht geeignet. Hier sind porenfreie Schutzhandschuhe von mindestens 25 mg/cm² als Strahlenschutz für die Hände ausreichend.

Strahlenschutzkontrolle bei Beschäftigung in fremden Anlagen und Einrichtungen

Kooperationen der Universität mit anderen Einrichtungen in Forschung und Ausbildung machen es erforderlich, dass Angehörige der Universität in Kontrollbereichen eines Kooperationspartners Tätigkeiten mit ionisierender Strahlung ausüben.

Grundlage für die Aufnahme solcher Tätigkeiten bildet die vorhandene Genehmigung der Universität zu Tätigkeiten in fremden Anlagen und Einrichtungen (§ 15 StrlSchV). Zwischen den Strahlenschutzverantwortlichen der Universität und der fremden Anlage bzw. Einrichtung ist ein Abgrenzungsvertrag zu schließen. Aus diesem Grunde müssen Institute, Bereiche oder Arbeitsgruppen die geplanten Tätigkeiten rechtzeitig mit der Strahlenschutzbevollmächtigten absprechen. Frau Dr. Köck beantragt für die betroffenen Mitarbeiter Strahlenpässe bei der Aufsichtsbehörde und organisiert den nicht-anlagenbezogenen Strahlenschutz.

Der Strahlenpass einer beruflich strahlenexponierten Person dient der Bilanzierung der Strahlenexposition im Berufsleben. Der Strahlenpass ist Eigentum der strahlenexponierten Person. Der Genehmigungsinhaber (die Universität) sorgt dafür, (i) dass die unter seiner Aufsicht stehende Person im Kontrollbereich der fremden Anlage nur tätig wird, wenn ein vollständig geführter, bei der zuständigen Stelle registrierter Strahlenpass vorliegt und (ii) dass die Körperdosen mit amtlichen Dosimetern bestimmt werden.

Dichtheitsprüfungen

Ni-63-Detektor in Gaschromatographen:

Gaschromatographen können mit Detektoren betrieben werden, in deren Messzellen sich mit Ni-63-beschichtete Folien befinden. Bei Ni-63 handelt es sich um ein radioaktives Isotop. Die auf den beschichteten Folien üblicherweise verwendete Ni-63-Aktivität beträgt bis 555 MBq. Die Verwendung ist damit genehmigungsbedürftig.

Ni-63 kann bei unsachgemäßer Handhabung des Detektors oder durch bestimmte chemische Inhaltsstoffe im Analysegas aus dem Detektor in die Umgebung gelangen. Deshalb sind Prüfungen der Dichtheit und Unversehrtheit des Detektors in regelmäßigen Abständen, je nach den Bestimmungen der erteilten Genehmigung, aber mindestens jährlich, durchzuführen und zu dokumentieren.

Umschlossene Quellen, Prüfstrahler sowie Schulstrahlenquellen in bauartzugelassenen Vorrichtungen:

Diese radioaktiven Stoffe sind von einer festen, inaktiven Hülle umschlossen oder in festen inaktiven Stoffen ständig so eingebettet, dass bei üblicher betriebsgemäßer Beanspruchung ein Austritt radioaktiver Stoffe verhindert wird.

Die Strahlenschutzbeauftragten haben die Vorgaben der Genehmigungsbehörde zu befolgen, die in den Nebenbestimmungen der Genehmigungen bzw. in den Anzeigebestätigungen ausgeführt sind, und die Angaben enthalten, ob und in welchen Abständen Dichtheitsprüfungen durch Sachverständige vorzunehmen sind.

Wiederkehrende Prüfung von Röntgengeräten

Eine Röntgeneinrichtung ist in Zeitabständen von längstens fünf Jahren durch einen Sachverständi­gen nach § 4a RöV nach dem Stand der Technik insbesondere auf sicherheitstechnische Funktion, Sicherheit und Strahlenschutz zu überprüfen (§ 18 RöV Abs. 1 Nr. 5). Prüfungen sind ebenfalls nach wesentlichen Änderungen notwendig (z.B. Ortswechsel, Austausch des Röntgenstrahlers, Schaltgerätes oder Generators). Der Prüfbericht ist der Aufsichtsbehörde zu übersenden, sowie an der Röntgeneinrichtung selbst und bei der Strahlenschutzbevollmächtigten (Strahlenschutzverant­wortlicher) aufzubewahren. Die Organisation der Prüfungen wird zwischen den SSB und der StrlSchBevollmächtigten abgestimmt.

Besondere Vorkommnisse - Verhalten bei sicherheitstechnisch bedeutsamen Ereignissen

Bei sicherheitstechnischen bedeutsamen Ereignissen sind der/die betreffende Strahlenschutzbeauftragte und, wenn dies nicht möglich ist, die Strahlenschutzbevollmächtigte unverzüglich zu informieren.

Dazu zählen insbesondere die nachstehenden Ereignisse:

  • Schwere Körperverletzung oder Tod von Personen (bei Beteiligung ionisierender Strahlung)
  • Erhebliche Strahlenexposition von Personen
  • Erhebliche Kontamination von Personen oder Bereichen
  • Mögliche oder tatsächliche Inkorporation radioaktiver Stoffe
  • Überschreitung von Grenzwerten der Körperdosis
  • Abhandenkommen (Verlust, Diebstahl) radioaktiver Stoffe
  • Fund radioaktiver Stoffe
  • Emission radioaktiver Stoffe oberhalb zulässiger Werte (§ 47 StrlSchV)
  • Einwirkungen von außen (z. B. Brand, Wasserschäden)
  • Mängel oder Versagen sicherheitstechnisch bedeutsamer Funktionen oder Einrichtungen
  • Mängel an Röntgeneinrichtungen, die den Strahlenschutz beeinträchtigen können

Besteht bei einer Person der Verdacht der Inkorporation, so ist eine Inkorporationskontrolle (Aktivitätsbestimmungen) durchführen zu lassen, die die betroffene Person zu dulden hat (§ 111 der StrlSchV).

Die Universität hat die Vorgehensweise zur Unterrichtung der Genehmigungs- und Aufsichtsbehörde über besondere Vorkommnisse in einer Melderegelung festgelegt.

Entsorgung von radioaktiven Abfällen

Die radioaktiven Reststoffe werden in den Einrichtungen in Spezialbehältern gesammelt. Die Entsorgung von radioaktiven Abfällen / Reststoffen der Martin-Luther-Universität und der Medizinischen Fakultät ist zentral geregelt und erfolgt ausschließlich über den Stab Arbeits- und Umweltschutz, Sachgebiet Umweltschutz:

  • Entsorgung von Abfällen aus dem Umgang mit offenen radioaktiven Stoffen
  • Entsorgung von umschlossenen Strahlenquellen
  • Entsorgung von uranhaltigen Abfällen (Uranylacetat u.a.)

sowie

  • Entsorgung von Röntgenröhren
  • Entsorgung (Verschrottung) von Röntgenanlagen

Als zuständiger Ansprechpartner für die organisatorische Abwicklung steht Ihnen dort zur Verfügung:

Herr Dr. Ingo Paleschke

Tel.:      5521348

E-Mail:

Die Entsorgungstermine werden den Strahlenschutzbeauftragten rechtzeitig bzw. bei regelmäßigem Turnus zu Jahresbeginn mitgeteilt.

Der Entsorgungsbedarf ist auf dem zur Verfügung gestellten Formular zu vermerken. Es sind Angaben gemäß Anlage X StrlSchV  (Verarbeitungszustand, Bezeichnung, Behandlung) beizufügen.

Innerbetrieblicher Transport von radioaktiven Stoffen oder Instrumenten

Der Transport radioaktiver Stoffe im öffentlichen oder der Öffentlichkeit zugänglichen Verkehrsräumen bedarf der Genehmigung (§ 16 StrlSchV). Von dieser Genehmigungspflicht befreit sind Transporte von Versandstücken, die nach den Vorschriften des ADR (Internationales Abkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße) befördert werden und die freigestellt sind (§ 17 Abs. 1 Nr. 2 StrlSchV).

Sollte ein innerbetrieblicher Transport oder auch die Abgabe von radioaktiven Stoffen oder Instrumenten an einen betriebsfremden Empfänger notwendig sein, ist vom Strahlenschutzbeauftragten zu prüfen, welche allgemeinen Vorschriften der StrlSchV bzw. des ADR bezüglich des Transportes anzuwenden sind.

Begleitscheine

UN 2908: radioaktive Stoffe, freigestelltes Versandstück - leere Verpackung

UN 2910: radioaktive Stoffe, freigestelltes Versandstück - begrenzte Stoffmenge

UN 2911: radioaktive Stoffe, freigestelltes Versandstück, Instrumente oder Fabrikate

Die Begleitscheine zur Beförderung können über die Strahlenschutzbevollmächtigte bezogen werden, die auch bei eventuellen Rückfragen zur Verfügung steht.

Aufbewahrungsfristen nach StrlschV und RöV

Die Strahlenschutzverordnung und die Röntgenverordnung schreiben Fristen zur Aufbewahrung von Strahlenschutzunterlagen und Dokumentationen im medizinischen Bereich vor. Die folgende Übersicht stellt die wesentlichen Aufbewahrungsfristen für die Radionuklidlabore und die technische Anwendung von Röntgenstrahlung dar. Grundsätzlich ist es erlaubt, die Aufzeichnungen in elektronischer Form aufzubewahren. Dann muss allerdings sichergestellt werden, dass die gespeicherte Information innerhalb der Aufbewahrungsfrist in angemessener Zeit wieder lesbar gemacht werden kann.

Unterweisung von Personen, die nicht im Kontrollbereich tätig sind1 Jahr
Unterweisung von Personen, die im Kontrollbereich tätig sind5 Jahre
Protokolle zur Überprüfung und Wartung von Strahlenmessgeräten10 Jahre
Buchführung über den Bezug und die Abgabe radioaktiver Stoffe30 Jahre
Protokollierung über die Freigabe und Freimessungen nach §29 StrlSchV30 Jahre
Aufzeichnungen der   Personendosis durch die amtliche Messstelle30 Jahre
Körperdosis30 Jahre nach Beschäftigungsende
Gesundheitsakte beim ermächtigten   Arzt30 Jahre nach Beschäftigungsende
* mind. aber bis zum 75   Lebensjahr, aber nicht länger als bis zum 95 Lebensjahr

Umfassende Informationen zu den  Aufbewahrungspflichten von Unterlagen sind auf der Internetseite des  Landesamtes für Verbraucherschutz zu finden:

[ http://www.verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/arbeitsschutz/technischer-arbeitsschutz/strahlenschutz/     ]

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